Greve, Florenz

Beschreibungen und Fotos von Greve in Florenz

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Greve

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Greve Foto Reiseführer  Hauptkirche von Greve in Chianti

Hauptkirche von Greve in Chianti

 Foto Reiseführer  in Florenz

Gemütliche Atmosphäre in Greve

 Impressionen Reiseführer

Abstecher in die Weinkeller des Chianti-Gebietes

Die Stadt Greve liegt rund 30 Kilometer von Florenz entfernt inmitten der Weinanbauregion Chianti. Umgeben von zahlreichen Weinhängen und Olivenbäumen, lädt die beschauliche Stadt zum Entspannen ein.

Die von sanften Hügeln durchschnittene Region Chianti samt ihrer romantischen Bergdörfer erkundet man am besten mit dem Auto. Eine gute Straßenkarte ist für solche Ausflüge fast unverzichtbar. Eine der beliebtesten Routen führt entlang der Weinstraße Chiantigiana (SS 222), die man von der Autobahn zwischen Florenz und Certosa erreicht.

Zunächst passiert man den Hauptort Greve di Chianti. Greve ist die einzige Stadt im Gebiet. Im Mittelalter noch ein einfacher Marktfleck, wuchs die Ortschaft im 19. Jahrhundert zu einer Kleinstadt heran. Auf dem schattigen, von Laubengängen gesäumten Marktplatz sollte man auf jeden Fall einen Stopp einlegen, um einen Kaffee zu trinken. Rund um die Piazza, die zu den malerischsten Plätzen der Toskana zählt, ließen sich auch einige traditionelle Handwerker nieder.

 Impressionen Reiseführer  Urige Landschaft der Toskana

Urige Landschaft der Toskana

 Impressionen Sehenswürdigkeit  Florenz

Das Städtchen Greve in Chianti am Abend

 Bildansicht Reiseführer

Genußvoller Aufenthalt in Greve

Greve bildet zudem einen hervorragenden Ausgangpunkt für Wanderungen durch die Chianti-Hügel. Ein beliebtes Ausflugsziel ist beispielsweise die hoch über der Stadt thronenden Festung Montefioralle 120. Bis zur Unterwerfung der Stadt Siena 122 kontrollierten die Florentiner von hier aus die nach Norden führenden Handelswege.

Im näheren Umland befinden sich viele Schlösser und Villen, die einen Ausflug wert sind. Beste Beispiele sind das Castello di Vicchiomaggio, das Castello di Verrazzano, das Castello di Uzzano und das Castello di Querceto.

Von Greve aus geht es auf der Straße SS 222 weiter über Castellina bis nach Siena 122. Auf diesem Weg erleben die Besucher traumhafte Aussichten und passieren zudem zahlreiche beschauliche Ortschaften. Ab und zu bietet es sich an, an einem der Rastpunkte Halt machen, tief einzuatmen und dem Gesumme der immer fleißigen Bienen zuzuhören.

Ein weiterer Weg führt über die SS 49 noch tiefer in die Berge und erreicht die kleinen Orte Radda und Gaiole. Aufgrund der allgegenwärtigen malerischen Natursteinhäuser und den verwinkelten Gässchen versprühen diese hübschen Weinorte den typischen Charme der Toskana. Fährt man nun über den Ort Castelnuovo Berardenga 123 weiter, gelangt man schließlich auch nach Siena 122. Diese wunderbare toskanische Stadt ist für das jährlich stattfindende Pferderennen Palio di Siena 122 bekannt.

Gesamtbewertung Greve

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Montefioralle

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Montefioralle ist ein Dorf in der Toskana und Teil der Gemeinde Greve 118 in Chianti.

Geographie

Das Dorf liegt ca. 1,5 km westlich von Greve 118 in Chianti.

Geschichte

Das Castello di Montefioralle wurde erstmals 1085 erwähnt und ist damit eines der ältesten Dörfer der Region Chianti. Die Festung war im Mittelalter von zentraler Bedeutung für die Region und wurde 1250 zum Sitz der Lega di Greve 118 ernannt. Das Castello bestand aus zwei achteckig angelegten Mauerringen in die vier Tore eingelassen waren, welche auch heute noch in veränderter Form vorhanden sind. 1260 wurde die einst militärisch bedeutende Festung bei der Schlacht von Montaperti zum großen Teil zerstört. Die zahlreichen Türme wurden abgetragen um mit diesem Baumaterial zwischen den zwei Mauern Häuser zu errichten. Die Festung war im Besitz der Familien Ricasoli, Benci, Gherardini und Vespucci bis sie 1325 von Castruccio Castracani erobert wurde. Sein heutiges romantisches Ortsbild hat Montefioralle im 14. Jh. erhalten. Im Inneren der ehemals oktogonal angelegten Festung gibt es nur eine einzige Gasse, die als Rundweg um die romanische Chiesa Santo Stefano herumführt. Im Inneren der Kirche befinden sich zahlreiche Kunstwerke, darunter eines aus dem 13. Jahrhundert, welches dem Meister von Bagnano oder dem Maestro von Greve 118 zugerechnet wird. Das Gemälde stellt die Jungfrau Maria zusammen mit dem Jesuskind und zwei Engeln dar.

Montefioralle soll angeblich die Geburtsstätte des weltberühmten Amerigo Vespucci gewesen sein. Diese These lässt sich aber heute kaum noch aufrecht erhalten. Fest steht nur, dass hier im Mittelalter die Adelsfamilie Vespucci residiert hat. Auf einem der Häuser ist noch das Wappen der Familie Vespucci zu erkennen.

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Castellina in Chianti

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Castellina in Chianti (meist nur Castellina) ist ein Ort mit 2.851 Einwohnern (2008) in der Provinz Siena 122, Region Toskana in Italien.

Geografie

Der Ort erstreckt sich über 99,48 km², die Einwohnerdichte beträgt etwa 22,66 Einwohner/km². Zum Ort gehörten die Ortsteile Canale, Casanuova di Pietrafitta, Caselle Sant'Agnese, Cavallari, Crocefiorentina, Fioraie, Fonterutoli, Lilliano, Macie, Piazza, Rencine, San Leonino, San Quirico, Santa Maria a Grignano, Sant'Agnese und Tregole. Die Nachbargemeinden sind Barberino Val d'Elsa (FI), Castelnuovo Berardenga 123, Greve 118 in Chianti (FI), Monteriggioni, Poggibonsi, Radda in Chianti und Tavarnelle Val di Pesa (FI).

Castellina liegt im Weinanbaugebiet des Chianti Classico und ist von großen Höhenunterschieden geprägt. So liegt der Hauptort in einer Höhe von 578 Metern, während Castellina Scalo, was zwar zur Gemeinde Monteriggioni gehört, aber den Bahnhof von Castellina beherbergt, bei etwas 180 m liegt. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt bei 626 m auf dem Monte Cavallaro.

Geschichte

Vermutlich etruskischen Ursprungs war Castellina im Mittelalter als Salingolpe bekannt. Das erstmals im 11. Jahrhundert erwähnte Schloß wurde im 15. Jahrhundert zur Festung umgebaut, von der bis heute die Rocca di Castellina in Chianti zu besichtigen ist.

Städtepartnerschaft

Castellina unterhält eine Partnerschaft mit dem westfranzösischem Ort Martigné-Briand.

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Siena

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Siena, für weitere Bedeutungen siehe Siena (Begriffsklärung).

Siena ist der Name einer Stadt und eines früheren Stadtstaates im Zentrum der italienischen Toskana. Bekannt ist die Stadt für den Palio, ein Pferderennen, das am zentralen Platz, der "Piazza del Campo" ausgetragen wird.

Siena ist eine der schönsten Städte der Toskana und ganz Italiens. Schon seit jeher befindet sie sich in Rivalität mit Florenz, egal ob politisch, wirtschaftlich oder künstlerisch. Während Florenz (die Renaissance-Stadt) vor allem durch die schiere Masse und Größe seiner Bauwerke und Kunstwerke beeindruckt, hat Siena ihren mittelalterlichen Charakter der Gotik erhalten (allerdings eine italienische Form der Gotik - durchaus heiter und warm).

Geschichte

Siena wurde wahrscheinlich von den Etruskern gegründet (einige Gräber jenes Zeitalters sind außerhalb der Porta Camollia gefunden worden) und wurde, nachdem es unter römische Herrschaft fiel, in der Regierungszeit des Augustus oder etwas früher eine Kolonie; die Stadt trug den Namen Saena Julia. Sie trägt dasselbe Wappen wie Rom: die Wölfin und die Zwillinge. Aber die eigentliche Bedeutung der Stadt fällt ins Mittelalter. Wenige Erinnerungen aus der römischen Epoche oder aus den ersten Jahrhunderten des Christentums sind erhalten worden (außer der Legende des St. Ansanus), und überhaupt keine aus dem Zeitraum, der der langobardischen Periode vorausging. Es gibt dokumentarische Indizien, dass es im 7. Jahrhundert während der Regierung von Rotaris (oder Rotari) einen Bischof Mauro in Siena gab. Versuche, frühere Bischöfe bis ins 5. Jahrhundert zurückzuverfolgen, haben nur vage und widersprüchliche Ergebnisse geliefert. Unter den Langobarden war die Stadtregierung in den Händen eines gastaldo, unter den Karolingern eines Grafen, dessen Autorität allmählich und im Laufe von Ereignissen, die ähnlich denen in anderen italienischen Städten waren, auf einen Bischof überging, dessen Macht wiederum allmählich nachließ und durch die der Konsuln ersetzt wurde.

Es existieren schriftliche Überlieferungen über eine Konsularregierung in Siena von 1125 bis 1212; die Anzahl der Konsuln variierte zwischen drei und zwölf. Diese Regierung aus gentiluomini oder Adligen blieb während der ganzen Periode nicht unverändert, sondern wurde allmählich zur Beteiligung der popolani oder unteren Klassen gezwungen, deren Bemühungen zum Aufstieg an die Macht stetig und zielgerichtet waren. So erhielten sie 1137 einen dritten Teil der Regierung durch die Wiederherstellung eines allgemeinen Rats aus 100 Adligen und 50 popolani. 1199 versetzte die Einrichtung eines fremden podestà (einer Form der Regierung, die 1212 permanent wurde) dem Konsularsamt einen schweren Schlag und löschte es bald aus. 1233 erhob sich das Volk wieder gegen die Adligen, in der Hoffnung, sie völlig aus den Ämtern zu verdrängen.

Der Streit war im wesentlichen wirtschaftlicher Natur, da das Volk die Steuerbefreiung des Adels abschaffen wollte. Der Versuch war nicht ganz erfolgreich, aber die Regierung war nun durch die Bildung eines höchsten Magistrats aus 24 Bürgen, 12 Adligen und 12 popolani zu gleichen Teilen zwischen den Ständen aufgeteilt. Während der Herrschaft der Adligen und der gemischten Herrschaft von Adligen und popolani wurde die Gemeinde von Siena durch glückliche Aneignungen von Land in der Nachbarschaft und durch die Unterwerfung von Feudalherren, wie Scialenghi, Aldobrandeschi, Pannocchieschi, Visconti di Campiglia etc. vergrößert.

Es dauerte nicht lange, bis es durch den gegenseitigen Bedarf an neuem Territorium sowie durch Grenzstreitigkeiten, insbesondere Poggibonsi und Montepulciano betreffend, zu einem Ausbruch an Feindseligkeiten zwischen Florenz und Siena kam. Daraufhin stellten sich die Senesen auf die ghibellinische Seite, um die rivalisierende Republik zu ärgern, und die deutschen Kaiser, angefangen mit Friedrich Barbarossa, belohnten ihre Treue mit verschiedenen Privilegien.

Während des 12. und 13. Jahrhunderts gab es anhaltend Unruhen, kleinere Kriege und schnelle Wiederversöhnungen zwischen Florenz und Siena, bis 1254-1255 ein verbindlicherer Frieden und ein Bündnis geschlossen wurden. Aber dieser Vertrag führte trotz seiner scheinbaren Stabilität innerhalb weniger Jahre zu einem heftigeren Streit. Denn 1258 beschwerten sich die Florentiner, dass Siena die Bedingungen verletzt hätte, indem es Ghibellinen Zuflucht gewährt habe, die Florenz verstoßen hatte. Als die Senesen sich weigerten, diesen Protesten nachzugeben, machten sich beide Staaten an umfangreiche Kriegsvorbereitungen. Siena wendete sich an Manfred, erhielt von ihm eine starke Gruppe von deutschen Pferden unter dem Kommando von Conte Giordano, und ersuchte ebenso seine ghibellinischen Verbündeten um Hilfe. Florenz rüstete eine mächtige Bürgerarmee aus, deren originale Register noch in dem Band Il Libro di Montaperti in den Florentiner Archiven erhalten sind. Die vom podestà von Florenz und zwölf capitani geführte Armee machte sich im April 1260 optimistisch auf den Marsch in die feindlichen Territorien und errang am 18. Mai bei Santa Petronilla außerhalb der Stadtmauern Sienas einen unbedeutenden Sieg. Aber in einem zweiten und wichtigeren Feldzug, an dem die Milizen anderer guelfischen Städte der Toskana teilnahmen, wurden die Florentiner am 4. September 1260 bei Montaperti entscheidend geschlagen.

Diese Niederlage brach die Macht von Florenz für viele Jahre und löschte anscheinend die Florentiner Guelfen aus. Aber die Schlacht bei Benevent (1266) und die Begründung der Dynastie von Karl von Anjou auf dem neapolitanischen Thron setzte der ghibellinischen Vorherrschaft in der Toskana ein Ende. Das ghibellinische Siena spürte bald die Auswirkungen dieser Änderungen bei der Niederlage seiner Armee bei Colle di Val d'Elsa (1269) gegen die vereinigten Kräfte der guelfischen Exilanten, Florentiner und Franzosen, und beim Tod seines mächtigen Bürgers Provenzano Salvani (von Dante erwähnt) in dieser Schlacht, der der führende Geist der Regierung zur Zeit des Siegs von Montaperti gewesen war. Für einige Zeit blieb Siena der ghibellinischen Sache noch treu. Nichtsdestotrotz begannen guelfische und demokratische Ansichten sich Bahn zu brechen. Die Ghibellinen wurden bei mehreren Gelegenheiten aus der Stadt vertrieben, und selbst als eine vorübergehende Versöhnung der beiden Parteien ihnen die Rückkehr ermöglichte, erlangten sie nicht ihren früheren Einfluss.

Inzwischen hatte sich die populäre Partei zunehmend Macht im Staat angeeignet. Außer sich über die Tyrranei der Salimbeni und anderer mit den Ghibellinen verbündeter Patrizierfamilien beschloss sie 1277 den Ausschluss alles Adligen aus dem obersten Magistrat (der 1270 aus 64 statt 24 Mitgliedern bestand) und bestand darauf, dass dieser Rat einzig und allein aus guelfischen Händeln und Männern der Mittelklasse gebildet werden solle. Diese Verfassung wurde 1280 durch die Verkleinerung des obersten Magistrats auf 15 Mitglieder bekräftigt, die allesamt aus einfacheren Klassen stammten, und wurde endgültig 1285 (und 1287) durch die Einsetzung des Magistrats der Neun sanktioniert. Dieser Neunerrat, bestehend nur aus Bürgern, führte die Regierung für rund siebzig Jahre, und seine Herrschaft war klug und friedlich. Die Territorien des Staats wurden vergrößert; ein freundliches Bündnis mit Florenz wurde gepflegt; der Handel blühte; 1321 wurde die Universität gegründet, oder besser gesagt durch die Einführung von Gelehrten aus Bologna wiederbelebt; die Hauptgebäude, die heute die Stadt schmücken, wurden begannen; und die wohltätigen Institutionen gediehen. Aber inzwischen hatte die Exklusivität einer einzigen Bürgerklasse, aus deren Reihen sich der Hauptmagistrat rekrutierte, die Regierung in eine geschlossene Oligarchie umgewandelt und den Hass aller anderen Klassen geschürt. Adlige, Richter, Notare und der Pöbel erhoben sich in häufigen Revolten, während die Neun ihren Staat durch eine starke Bürgermiliz verteidigten (1295-1309), die in terzieri (Sektionen) und contrade (Stadtteile) gegliedert war und diese Versuche gewaltsam unterdrückte. Aber 1355 gab die Ankunft Karls IV. in Siena den Aufrührern erneuten Mut. Von der kaiserlichen Autorität unterstützt stürzten sie die Regierung der Neun und richteten einen Magistrat der Zwölf aus der untersten Klasse ein. Diese neuen Herrscher waren in einem gewissen Ausmaß unter den Einfluss der Adligen, die die Rebellion geschürt hatten, aber letztere wurden wieder bald von jeder Beteiligung an der Regierung ausgeschlossen.

Dies war der Beginn eines entschlossenen Kampfes um die Vorherrschaft, der für viele Jahre zwischen den verschiedenen Bürgerklassen ausgetragen wurde, die dort ordini oder monti genannt wurden. Die unteren Klassen strebten nach den Zügeln der Macht, während die höheren Klassen im Amt danach strebten, alle Macht in ihren eigenen Händen zu behalten, oder sie in Proportion zu der relativen Stärke jedes monte aufzuteilen. Da dieser Kampf von zu komplexer Natur für eine detaillierte Beschreibung ist, müssen wir uns auf eine Zusammenfassung der wichtigsten Episoden beschränken.

Die Zwölf, die den Rat der Neun ersetzt hatten (so wie diese vorher den Rat der Adligen ersetzt hatten) bestanden sowohl als Individuen als auch als Partei aus unwissenden, unfähigen, stürmischen Männern, die weder den Staat mit fester Hand führen noch der Republik zu Wohlstand verhelfen konnten. Sie brachen rasch mit dem Adel, für dessen Manöver sie zunächst nützliche Werkzeuge gewesen waren, und spalteten sich dann in zwei Parteien, die eine auf Seiten der Tolomei, die heftigere andere auf Seiten der Salimbeni und der Noveschi (Anhänger der Neun), die immer noch Einfluss in der Stadt hatten und wahrscheinlich diese Uneinigkeit schürten, und wie wir später sehen werden, jede sich bietende Chance ausnutzten, wie ihnen vielleicht wieder zur Macht verhelfen konnte. 1368 gelang es den Gegnern der Zwölf, sie gewaltsam aus dem Palazzo Pubblico zu verjagen und durch eine Regierung aus 13 Adligen und 3 Noveschi zu ersetzen. Diese Regierung dauerte nur 22 Tage vom 2. bis zum 24. September an und wurde mühelos durch die dominante Partei der Dodicini (Anhänger der Zwölf) gestürzt, die von den Salimbini und vom Pöbel unterstützt und von Kaiser Karl IV. begünstigt wurden. Die Adligen wurden überwältigt und sowohl aus der Stadt als auch von der Macht verjagt; aber die absolute Herrschaft der Zwölf wurde zu einem Ende gebracht, und das Recht der Beteiligung an der Regierung wurde auf eine weitere Bürgerklasse ausgedehnt. Denn nach der Ausweisung drei Dreizehn aus dem Palast bildete ein Rat aus 124 Plebejern einen neuen Magistrat aus zwölf difensori (Verteidiger), der aus 5 Mitgliedern des popolo minuto oder dem niedrigsten Volk (das nun erstmals in die Regierung aufgenommen wurde), 4 Mitgliedern aus den Dodicini und 3 Mitgliedern aus den Noveschi bestand. Er war jedoch von nur kurzer Dauer, denn die Dodicini waren mit ihrem Anteil nicht zufrieden, und im Dezember des gleichen Jahrs (1368) taten sie sich mit dem popolo minuto zusammen, um die drei Noveschi aus dem Palast zu werfen. Aber der neue Volksstand, der seine Vorherrschaft im Rat der riformatori bereits behauptet hatte, verdrängte nun die Dodicini und behielt für fünf Tage (11. - 16. Dezember) die Regierung in seinen eigenen Händen. Aus Angst vor dem Kaiser, der auf seinem Weg nach Rom zwei Monate zuvor durch Siena gekommen war und auf seiner Rückreise dort wieder haltmachen sollte, versuchte er seine Feinde durch die Gründung eines neuen Rats aus 150 riformatori zu beschwichtigen. Dieser ersetzte die 12 difensori durch einen neuen 15köpfigen obersten Rat, der aus 8 Popolani, 4 Dodicini sowie 3 Noveschi bestand. Aus dieser Erneuerung datiert die Bildung eines neuen Standes, des monte dei riformatori; dieser Titel wurde von da an allen Bürgern verliehen, die die Regierung reformiert hatten und seit 1368 an ihr beteiligt waren. Der turbulente Kampf der Zwölf und der Salimbeni, die mit diesen Änderungen unzufrieden waren, wendete sich rasch gegen die neue Regierung. Dieses mal half ihnen Karl IV. aktiv; nachdem er aus Rom zurückgekehrt war, schickte er seine Miliz, kommandiert vom kaiserlichen Vikar Malatesta da Rima, um den Palazzo Pubblico anzugreifen. Aber das Seneser Volk, vom Rat der Fünfzehn zu den Waffen gerufen, widersetzte sich entschlossen, schlug die kaiserlichen Truppen in die Flucht, eroberte das Banner und setzte den Kaiser im Salimbeni-Palast gefangen. Darauf einigte sich Karl mit der Regierung, gewährte ihr ein kaiserliches Patent und verließ die Stadt, für seine Demütigung durch die Schenkung einer großen Geldsumme getröstet. Trotz seiner weiten Basis und großen Energie gelang es dem monte dei riformatori, dem Herz der neuen Regierung, nicht, zufriedenstellend mit den Angriffen von gegnerischen Parteien und verräterischen Verbündeten umzugehen. Um sie besser in den Griff zu bekommen, schaffte er 1369 einen Polizeichef mit dem Titel esecutore sowie einen zahlreichen Verband aus Popolani – die casata grande des Volks als Bollwerk gegen die Adligen, die aus der Verbannung zurückgerufen worden waren, und die nun, wenn auch durch strenge Regulierungen gefesselt, in Staatsämter wählbar waren. Aber der Appetit des niederen Volks nach Macht wurde durch die Einsetzung der riformatori in den Hauptposten der Macht eher angeregt als gesättigt. Unter den Wollkämmerern der untersten Klasse, die in den abschüssigen Gassen um die Porta Ovile wohnten, da war eine Organisation, die sich als Gesellschaft des Wurms bezeichnete. Während der Hungersnot von 1371 erhob sich diese Gesellschaft zur Revolte, plünderte die Häuser der Reichen, stürmte den Palazzo Pubblico, vertrieb aus dem Rat der Fünfzehn die 4 Mitglieder der Dodicini und die 3 Mitglieder der Noveschi Als sie sich in ihr Quartier zurückgezogen hatte, wurde sie plötzlich von erzürnten Bürgern (Noveschi und Dodicini) angegriffen, die in Häuser und Werkstätten einbrachen und viele Einwohner ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht umbrachten. Daraufhin rächten die populären Dachdecker diese Missetaten durch viele Exekutionen auf der Piazza. Dieser Aufruhr wurde erst durch erneute Änderungen im Rat der Fünfzehn gebremst. Er wurde nun aus 12 aus dem größeren Volk und 3 Noveschi gebildet. Die Dodicini wurden aus der Stadt verbannt.

Inzwischen hatte die Regierung auch mit Schwierigkeiten außerhalb der Stadtmauern zu kämpfen. Die benachbarten Herren überfielen und plünderten die Territorien der Stadt; ernste Verletzungen wurden durch die Händlergruppen zugefügt, insbesondere die Betrons und Gascons. Die rivalisierenden Ansprüche Carlo di Durazzos und Louis von Anjou auf das neapolitanische Königreich verursachten erneute Unruhen in der Toskana. Die Seneser Regierung erhoffte den Besitz der Stadt Arezzo, die zuerst von Durazzos Leuten und dann von Enguerrand de Coucy für Louis von Anjou besetzt wurde. Aber während die Seneser noch von der Eroberung träumten, verkaufte der französische General die Stadt überrascht an die Florentiner, deren Verhandlungen mit bewunderswertem Geschick geführt worden waren (1384). Der aufkommende Ärger der Seneser, insbesondere der Mittelklasse, gegen ihre Herrscher wurde durch diese herbe Enttäuschung zum Höhepunkt gebracht. Ihre Unzufriedenheit war allmählich durch verschiedene Entscheidungen in der Innen- und Außenpolitik während der sechzehnjährigen Herrschaft der riformatori angeschwollen, und die Konzessionen an die Anhänger der Zwölf und deren erneute Wählbarkeit ins Amt hatten nicht dabei geholfen, sie zu versöhnen. Schließlich brach die Revolte aus und gewann im März 1385 die Oberhand. Die riformatori wurden von der Macht ausgeschlossen und aus der Stadt verstoßen. Der Handel Sienas erlitt durch das Exil so vieler Handwerkerfamilien erheblichen Schaden. Die Fünfzehn wurden durch einen neuen obersten Magistrat aus 10 Prioren ersetzt, die in den folgenden Proportionen gewählt wurden: 4 aus den Dodicini, 4 aus den Noveschi und 2 aus dem gewöhnlichen Volk. All diejenigen, die an der Regierung Anteil gehabt hatten oder unter den riformatori im Rat gesessen hatten, wuren ausgeschlossen. So begann ein neuer Stand oder monte del popolo, bestehend aus Familien der gleichen Klasse wie die riformatori, die aber vorher nicht an der Regierung beteiligt gewesen waren. Sie genossen aber nur sehr begrenzte Privilegien.

1387 führte erneuter Streit mit Florenz über Montepulciano zu einem offenen Krieg, der durch die Einmischung des ehrgeizigen Herzogs von Mailand Gian Galeazzo Visconti in die toskanischen Angelegenheiten noch verschärft wurde. Die Seneser schlossen 1389 mit ihm ein Bündnis, akzeptierten zehn Jahre später seine Vorherrschaft und gaben die Freiheiten ihres Staates auf. Aber 1402 erleichterte der Tod Gian Galeazzos ihr Joch. In diesem Jahr wurde das erste Komplott gegen die Herrschaft der Visconti, das von den Dodicini und den Salimbeni ausgebrütet und von den Florentinern geschürt worden war, gewaltsam unterdrückt und führte zur Verdrängung der Dodicini aus dem Amt; aber im folgenden Jahr hob eine als Konsequenz aus den Aufständen geschaffene balia die Vorherrschaft des Herzogs auf und stellte die Freiheiten der Stadt wieder her. Während dieses Zeitraums hatte der oberste Magistrat eine populärere Form angenommen. Durch die teilweise Wiederzulassung der riformatori und den Ausschluss der Dodicini, war die permanente balia nun zusammengesetzt aus 9 Prioren (3 aus den Noveschi, 3 aus dem Volk und 3 aus den riformatori) und einem Kapitän des Volks, der abwechselnd aus jedem der drei monti gewählt wurde. Am 11. April wurde mit den Florentinern Frieden geschlossen, und Siena erfreute sich mehrerer Jahre friedlichen Wohlstands.

Aber das große westliche Schisma, das dann die christliche Welt aufwühlte, brachte wieder Unruhen nach Siena. Als Konsequenz aus den Entscheidungen des Konsils von Pisa hatten sich Florenz und Siena gegen Gregor XII. erklärt (1409). Als Unterstützer des Papstes nahm Ladislaus von Neapel daher die Gelegenheit wahr, um Überfälle auf das Territorium Sienas durchzuführen, es zu verwüsten und die Stadt zu bedrohen. Die Senesen leisteten erbittert Widerstand, bis der Tod dieses Monarchen 1414 sie von den Angriffen befreite. 1431 brach ein erneuter Krieg mit Florenz aus, verursacht durch die florentinischen Bemühungen um Lucca und fortgesetzt infolge der Florentiner Allianz mit Venedig und Papst Eugenius IV. und der Seneser Allianz mit dem Herzog von Mailand und dem römischen König Sigismund. Dieser Monarch machte auf dem Weg nach Rom zu seiner Krönung in Siena halt und erhielt einen äußerst fürstlichen Empfang. 1433 unterzeichneten die gegnerischen Bündnisse einen Friedensvertrag, und obwohl er nachteilig für die Senesen war und sie oft versucht waren, ihn zu brechen, hielten sie sich treu an seine Bedingungen. Während dieser vergleichsweise ruhigen Periode wurde Siena durch den Besuch von Papst Eugenius IV. (1433) und den des Kaisers Friedrich III. geehrt. Der Kaiser empfing dort seine Braut Eleanor von Portugal aus den Händen von Bischof Aeneas Sylvius Piccolomini, seinem Sekretär und Historiker (1452). Dieses Zusammentreffen ist auf der Denkmalssäule festgehalten, die man außerhalb des Camollia-Tors sehen kann.

1452 wurden die Feindseligkeiten gegen Florenz wiederaufgenommen, als Antwort auf Invasionen und Zerstörungen auf Seneser Territorium, die von Florentiner Truppen in ihren Konflikten mit Alfons von Neapel begangen wurden. Dieser hatte 1447 die Toskana zu seinem Schlachtfeld gemacht. 1454 wurde einmal mehr mit Florenz Frieden geschlossen. Als nächstes lag Siena mehrere Jahre lang mit Aldobrandino Orsini, Graf von Pitigliano und mit Jacopo Piccinini im Krieg und erlitt viele Katastrophen wegen Verrat durch seine Generäle. Ungefähr um die gleiche Zeit war die Republik noch ernsterer Gefahr ausgesetzt, denn einige ihrer führenden Bürger verschworen sich, die Macht zu ergreifen und die Stadt unter die Vorherrschaft Alfonsos zu bringen, so wie sie zuvor unter der des Herzogs von Mailand gewesen war. Aber das Komplott kam ans Licht; ihre Rädelsführer wurden enthauptet und viele andere ins Exil geschickt (1456). Der Tod Alfonsos beendete schließlich alle Gefahren von dieser Seite. Während dieser kritischen Zeiten wurde die Regierung des Staats durch einen neuen exekutiven Magistrat gestärkt, der balia benannt wurde und der von 1455 an unabhängig von den Prioren oder dem Konsistorium handelte. Bis dahin war er lediglich ein provisorisches Komitee gewesen, das letzterem anhing. Aber von nun an hatte die balia die oberste Rechtsprechung in allen Angelegenheiten des Staates, obwohl sie immer, bis zum Fall der Republik, nominell den Charakter eines außerordentlichen Magistrats bewahrte. Die Wahl von Aeneas Sylvius Piccolomini auf den Papststuhl 1458 erfreute die Seneser außerordentlich. Als Kompliment für ihren gefeierten Mitbürger gaben sie dem Ersuchen der Adligen nach und ließen ihnen wieder an der Regierung teilhaben. Diese widerwillig eingeräumte Konzession blieb nur einige Jahre in Kraft, und nach dem Tod des Papstes (1464) wurde sie aufgehoben, außer für Mitglieder des Hauses Piccolomini, die man als Popolani zählte und die all ihre Privilegien behalten durfte. Inzwischen gärte neue Uneinigkeit unter den Plebejern an der Spitze der Angelegenheiten.

Die Verschwörung der Pazzi 1478 führte zu einem Krieg, in dem Florenz und Mailand dem Papst und dem König von Neapel gegenüberstanden, und der mit dem Frieden von 13. März 1480 zu Ende ging. Daraufhin kam Alfonso, Herzog von Kalabrien, der in der Toskana an der Seite seines Vaters Ferdinand gekämpft hatte, zu einer Übereinkunft mit Siena. In der gleichen Weise wie sein Großvater Alfonso versuchte er die Herrschaft über die Stadt und die Zurückrufung der exilierten Rebellen von 1456 zu erreichen. Die Noveschi (zu deren Stand die meisten Rebellen gehörten) begünstigten seine Ansprüche, aber die Riformatori waren gegen ihn. Viele aus dem Volk standen auf der Seite der Noveschi, erhoben sich am 22. Juni 1480 zur Revolte und organisierten, unterstützt von Soldaten des Herzogs, die Regierung zu ihrem eigenen Vorteil neu. Sie teilten die Macht zwischen den beiden Ständen der Noveschi und der Popolani und schlossen die Riformatori aus. Sie wurden ersetzt durch einen neuen und heterogenen Stand, genannt aggregati, der aus Adligen, Exilanten von 1456 und Bürgern aus anderen Ständen bestand, die nie zuvor im Amt gewesen waren. Aber dieser gewaltsame und gefährliche Umsturtz der internen Freiheiten der Republik dauerte nicht lange. Ein Dekret des neapolitanischen Königs (1482) beraubte Siena bestimmte Territorien zugunsten von Florenz, was sie diesem Monarchen völlig entfremdete. Inzwischen war der monte der Noveschi, der Hauptunterstützer der Revolution von 1480, wachsendem Hass und Neid seines früheren Verbündeten ausgesetzt, des monte del popolo, der sich seiner überlegenen Stärke und Zahl bewusst war und nun versuchte, die Noveschi zu vernichten und an ihrer Stelle an die Macht zu treten. Dies wurde durch eine Reihe von Aufständen zwischen dem 7. Juni 1482 und dem 20. Februar 1483 vollbracht. Der monte del popolo ergriff den Löwenanteil an der Regierung; die Riformatori wurden zurückgerufen, die aggregati abgeschafft und die Noveschi zu ewiger Verbannung aus der Regierung und aus der Stadt verurteilt. Aber in perpetuo war eine Worthülse in jenen turbulenten italienischen Republiken. Die Noveschi mit ihren mächtigen Verbindungen, Fähigkeiten und Traditionen gewannen zunehmend Einfluss im Exil; und fünf Jahre später, am 22. Juli 1487, kehrten sie triumpfierend nach Siena zurück, zerstreuten die wenigen Anhänger des popolo, die Widerstand leisteten, ermordeten den Kapitän des Volks, reorganisierten den Staat und setzten ihn unter den Schutz der Jungfrau Maria. Da ihre eigene Vorherrschaft durch ihre numerische Stärke und ihren Einfluss sichergestellt war, erteilten sie den anderen monti gleichen Anteil an der Macht.

Unter den zurückgekehrten Exilanten war Randolfo Petrucci, Anführer der Noveschi, der bald an der Spitze der Regierung stehen sollte. Während der Vorherrschaft dieses Manns (der wie Lorenzo de Medici den Beinamen il Magnifico erhielt) erfreute sich Siena vieler Jahre des Aufschwungs. Streng genommen war Petrucci nie Herr des Staates und ließ die etablierte Regierungsform intakt; aber er übte despotische Autorität aufgrund der Stärke seines Charakters und dem ständigen Anwachsen seiner persönlichen Macht aus. Er stützte seine Außenpolitik auf das Bündnis mit Florenz und Frankreich und leitete die inneren Angelegenheiten des Staates mittels eines Rats (collegio) der balla, der zwar gelegentlich neuorganisiert wurde, um die rivalisierenden Parteien zu beschwichtigen, der aber seinem Willen immer untergeordnet war. Auf ähnliche Weise vergrößerte er durch die Annahme des Kapitänsamts (1495) und später durch den Kauf mehrerer abgelegener Burgen von der ausgelaugten Kommune (1507) an Macht. Er schreckte auch nicht vor Mord und Rachetaten zurück. Die Ermordung seines Schwiegervaters Niccolo Borghesi (1500) ist ein unauslöschlicher Fleck auf seinem Namen. Er widerstand aller Opposition innerhalb des Staats, bis er schließlich in seinem Kampf mit Cesare Borgia abgesetzt und 1502 aus Siena ausgestoßen wurde. Aber durch die freundliche Vermittlung der Florentiner und des französischen Königs wurde am 29. März 1503 die Verbannung aufgehoben. Er behielt die Macht bis zu seinem Tod im Alter von sechzig am 21. Mai 1512 und wurde auf öffentliche Kosten mit fürstlichen Zeremonien beerdigt. Nach seinem Ableben hielt die Vorherrschaft seiner Familie in Siena nicht lange an. Pandolfo hatte nicht die nötigen Qualitäten, um eine Dynastie wie die der Medici zu begründen. Ihm fehlte der hohe Intellekt eines Cosimo oder eines Lorenzo, und die Atmosphäre des freiheitsliebenden Siena mit seinen ständig wechselnden Parteien war in keiner Weise für seine Absicht geeignet. Sein ältester Sohn Borghese Petrucci war unfähig, hochmütig und äußerst korrupt; er blieb nur drei Jahre an der Spitze und floh 1515 schmachvoll. Durch die Gunst Leos X. folgte ihm sein Cousin Raffaello Petrucci nach, vorher Gouverneur von San Angelo und später Kardinal.

Dieser Petrucci war ein bitterer Gegner von Pandolfos Kindern. Er veranlasste, dass Borghese und ein jüngerer Sohn namens Fabio zu Rebellen erklärt wurden, während ein dritter Sohn, Kardinal Alfonso, auf Anordnung Leos X. 1518 erdrosselt wurde. Er war ein tyrannischer Herrscher und starb plötzlich 1522. Im folgenden Jahr bestand Clemens VII. auf der Wiederberufung Fabio Petruccis; aber zwei Jahre später vertrieb ihn ein erneuter Volksaufstand für immer aus Siena. Die Stadt stellte sich dann unter den Schutz Kaiser Karls V., erschuf einen Magistrat aus zehn Konservatoren der Freiheiten des Staates (Dezember 1524) und vereinigte die verschiedenen monti in einem einzigen.

Die sogenannte freie Regierung, die Untertan des Reichs war, dauerte 27 Jahre; die gewünschte Protektion Spaniens wog immer schwerer, bis sie eine Tyrannei wurde. Die kaiserlichen Legaten und die Kapitäne der spanischen Garde in Siena quetschten sowohl die Regierung als auch das Volk durch andauernde Erpressung und unangebrachte Einmischung in die Funktionen der balia aus. Karl V. reiste 1535 durch Siena und wurde wie in allen anderen Städten des versklavten Italiens mit größtem Pomp empfangen; aber er ließ weder Frieden noch Freiheit hinter sich. Von 1527 bis 1545 wurde die Stadt durch Parteikämpfe und gewaltsame Revolten gegen die Noveschi zerrisen und war ein Ort häufigen Blutvergießens, während die Streitsucht und schlechte Regierung der Senesen für große Unzufriedenheit in der Toskana sorgten. Die balia wurde mehrere Male durch kaiserliche Vertreter wiedereingesetzt, 1530 von Don Lopez di Soria und Alfonso Piccolomini, Herzog von Amalfi, 1540 von Granvella (oder Granvelie) und 1548 von Don Diego di Mendoza; aber die Regierung war so schlecht wie zuvor, und der Hass gegen die spanische Herrschaft vergrößerte sich. Als 1549 Don Diego die Absicht des Kaisers ankündete, eine Festung in Siena zu errichten, um die Bürger zu kontrollieren, entlud sich der allgemeine Hass in entrüsteten Protesten. Der Historiker Orlando Malavolti und andere spezielle Gesandte wurden 1550 mit einer Petition zum Kaiser geschickt, die von mehr als tausend Bürgern unterzeichnet worden war, und die ihn ersuchte, ihnen eine solch schreckliche Gefahr zu ersparen. Aber ihre Mission scheiterte: sie kehrten ungehört zurück. Inzwischen hatte Don Diego die Fundamente der Zitadelle legen lassen und trieb das Projekt voran. Daraufhin traten bestimmte Seneser Bürger in Rom – angeführt von Aeneas Piccolomini (ein Verwandter Pius II.) – in Verhandlungen mit Vertretern des französischen Königs, und nachdem sie mit deren Hilfe Männer und Geld gesammelt hatten, marschierten sie auf Siena und erzwangen sich am 26. Juli 1552 den Weg durch das neue Tor (die Porta Romana). Die Stadtmenschen erhoben sich, ermutigt und verstärkt durch die Hilfe von außen, sofort zur Revolte, griffen die spanischen Truppen an, entwaffneten sie und trieben sie dazu, Zuflucht in der Zitadelle zu suchen (28. Juli). Und schließlich wurden die Spanier durch ein Abkommen mit Cosimo de Medici, Herzog von Florenz, am 5. August 1552 weggeschickt, und die Senesen nahmen ihre Festung in Besitz.

Die Regierung wurde nun unter dem Schutz französischer Vertreter wiedereingesetzt. Die balia wurde abgeschafft, da ihr Name durch die spanische Tyrannei anrüchig geworden war, und durch einen ähnlichen Magistrat ersetzt, der capitani del popolo e reggimento genannt wurde. Siena frohlockte über seine wiedergewonnene Freheit; aber bald zogen sich wieder dunkle Wolken auf dem blauen Himmel zusammen. Zuerst wurde der Kaisers durch den Einfluss Frankreichs auf die Politik der Republik erzürnt. Dann überlegte sich Cosimo, der nicht weniger eifersüchtig auf die Franzosen war, den Plan, Siena in sein eigenes Herrschaftsgebiet einzuverleiben. Die ersten feindlichen Handlungen der kaiserlichen Truppen im Val di Chiana (1552-1553) richteten wenig Schaden an; aber als Cosimo mit einer vom Marquis von Marignano befehligten Armee auf das Feld trat, war der Untergang Sienas besiegelt. Am 26. Januar eroberte Marignano die Festung von Porta Camollia (die die gesamte Bevölkerung Sienas, einschließlich der Frauen, zu bauen geholfen hatte) und belagerte die Stadt. Am 2. August des gleichen Jahres gewann er bei Marciano im Val di Chiana einen vollständigen Sieg über die Seneser und französischen Truppen unter Piero Strozzi, dem Florentiner Verbannten und Marschall von Frankreich. Inzwischen wurde Siena nachdrücklich belagert, und seine Einwohner, die alles für ihre geliebte Stadt opferten, erhielten eine höchst heroische Verteidigung aufrecht. Ein ruhmreicher Bericht ihrer Leiden findet sich im Tagebuch des Seneser Historikers Sozzini und in den Kommentaren von Blaise de Monluc, dem französischen Vertreter in Siena. Aber im April 1555 wurde die Stadt zur Kapitulation gegenüber dem Kaiser und dem Herzog gezwungen. Am 21. April traten die spanischen Truppen durch die Tore. Daraufhin gaben viele Patrioten die Stadt auf, nahmen Zuflucht in Montalcino und pflegten dort eine schattenhafte Form einer Republik bis 1559.

Cosimo I. de Medici wurde durch ein auf den 3. Juli 1557 datiertes Patent von Philipp II. von Spanien mit dem Staat Siena belehnt und nahm am 19. des gleichen Monats formal Besitz von der Stadt. Ein Generalleutnant wurde als Vertreter seiner Autorität ernannt; der Rat der balia wurde mit zwanzig vom Herzog gewählten Mitgliedern wiedergegründet; das Konsistorium und der allgemeine Rat blieben bestehen, wurden aber ihrer politischen Autonomie beraubt. Auf diese Weise wurde Siena unter dem gleichen Herrscher in den Florentiner Staat annektiert und wurde ein integraler Teil des Großherzogtums Toskana. Nichtsdestotrotz behielt es für mehr als zwei Jahrhunderte eine separate Verwaltung, bis die allgemeinen Reformen des Großherzogs Pietro Leopoldo, die französische Herrschaft, und schließlich die Restauration alle Unterschiedene zwischen den Seneser und Florentiner Regierungssystem hinwegfegten.

1850 war Siena die erste toskanische Stadt, die für eine Einverleibung ins Piemont und die Monarchie Viktor Emmanuel II. stimmte. Diese Entscheidung vom 26. Juni war der erste Schritt zur Vereinigung Italiens.

Sehenswürdigkeiten

Die Kathedrale aus schwarzem und weißem Marmor, eines der besten Beispiele der gotischen Architektur in Italien, ist im Grundriss offenbar beeinflusst von der Abtei von San Galgano. Ihr Bau wurde Anfang des 13. Jahrhunderts begonnen, wurde aber durch die Pest von 1248 und Kriege sowohl in der Heimat als auch in anderen Staaten unterbrochen. 1317 wurden ihre Mauern durch das Baptisterium  5  von San Giovanni erweitert. Eine weitere Vergrößerung wurde 1339 begonnen, aber nie zu Ende geführt; heute sind nur noch einige Mauern und Bögen zu sehen, die die Großartigkeit des unvollendeten Plans andeuten, der eine der größten Kirchen der Welt geschaffen hätte.

Die herrliche Westfront in trikuspidaler Form, bereichert um eine Reihe von Säulen, Statuen und eingelegtem Marmor, soll von Giovanni Pisano begonnen worden sein, datiert aber tatsächlich nach 1370. Sie wurde 1380 vollendet und erinnert an die frühere von Orvieto (begonnen 1310). Der romanische Campanile stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Augenfällig unter den Kunstschätzen im Inneren ist die wohlbekannte oktogonale Kanzel von Niccola Pisano von 1266-1268. Sie ruht auf Säulen, die von Löwen gestützt werden. Zahlreiche Statuen und Bas-Reliefs von Renaissance-Künstlern zieren die verschiedenen Altäre und Kapellen. Der Bodenbelag der Kathedrale, der von Duccio della Buoninsegna angefertigt sein soll, ist nahezu einmalig. Es handelt sich um kunstvoll graphierte Marmorplatten, sowie um herrliche Intarsienarbeiten in Farbe und Schwarzweiß, die biblische Themen aber auch solche aus Sagen und Legenden darstellen. Die schönsten Arbeiten unterhalb der Kuppeln, mit Szenen aus der Geschichte von Abraham, Moses und Elija, stammen von Domenico Beccafumi, der sie mit wunderbarer Kühnheit und Wirkung ausführte. Das Chorgestühl ist ebenfalls erwähnenswert: die älteren (aus dem originalen Chor) sind Intarsienarbeit; die anderen aus dem 16. Jahrhundert sind nach Zeichnungen von Riccio geschnitzt. Die Piccolomini-Bibliothek, die an den Dom angrenzt, wurde von Kardinal Francesco Piccolomini (später Pius III.) zu Ehren seines Onkels Pius II. gegründet. Hier befinden sich Pinturicchios berühmte Fresken mit Szenen aus dem Leben des späteren Papstes und die Sammlung von Chorbüchern (auf gemeißelten Tischen) mit Malereien von Seneser und anderen Künstlern.

In die Kirche von San Giovanni unter der Kirche, dem alten Baptisterium  5 , tritt man über eine äußere Flucht von Marmortreppen von 1451. Sie hat eine schöne, aber unvollständige Fassade, die von Giovanni di Mino del Pellicciaio 1382 entworfen wurde, und ein fabelhaftes Taufbecken mit Bas-Reliefs von Donatello, Ghiberti, Jacopo della Quercia und anderen Bildhauern des 15. Jahrhunderts. Das Opera del Duomo enthält Duccios berühmte Madonna, die 1308-1311 für die Kathedrale gemalt wurde, und andere Kunstwerke.

Städtepartnerschaft

Die Stadt Siena unterhält eine Städtepartnerschaft mit Weimar (Thüringen).

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Castelnuovo Berardenga

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Castelnuovo Berardenga ist ein Ort mit 8.081 Einwohnern in der Provinz Siena 122, Region Toskana in Italien.

Geografie

Der Ort erstreckt sich über 177 km², die Einwohnerdichte beträgt etwa 50 Einwohner/km². Er liegt ca. 20 km östlich von Siena 122 und auf einem Hügel zwischen den Flüßen Marena und Ombrone.
Zu seinen Stadtteilen zählen Bossi, Casetta, Castell'in Villa, Colonna del Grillo, Corsignano, Geggiano, Grillo, Guistrigona, Monaciano, Monastero d'Ombrone, Monteaperti, Pacina, Pianella, Pievasciata, Poggiarello, Ripa, Ponte a Bozzone, Pontignanello, Pontignano, Quercegrossa, Rosennano, San Felice, San Giovanni a Cerreto, San Gusmè, San Piero, Santa Chiara, Santa Margherita, La Suvera, Stellino, Vagliagli, Villa a Sesta und Vitignano.
Die Nachbargemeinden sind Asciano, Bucine (AR), Castellina in Chianti 121, Gaiole in Chianti, Monteriggioni, Radda in Chianti, Rapolano Terme und Siena 122.
Castelnuovo Berardenga ist seit 1932 Teil des Chianti-Gebietes. Der dort angebaute Chianti-Wein unterteilt sich in die zwei Weinanbauzonen des Colli Senesi und des Classico.

Geschichte

Auf dem heutigen Gebiet von Castelnuovo Berardenga, im Ortsteil Montaperti, fand am 4. September 1260 die Schlacht von Montaperti statt, bei der sich Ghibellinen und Guelfen in Form von Florenz und Siena 122 gegenüberstanden. Kurz vor den Toren Sienas mußte Florenz damals ein vernichtende Niederlage erleiden.
Castelnuovo selbst wurde erst mit einem Dekret vom 26. Juli 1366 von der Republik Siena 122 gegründet und diente wie Monteriggioni als Überwachungsburg der senesischen Grenzen, in diesem Fall der Grenze zu Arezzo und Florenz. Unter dem Senesen Mino Dei wurden zwischen 1373 und 1374 die Stadtmauern und die Burg errichtet.
Nach mehreren Versuche seitens der Fiorentiner (1478 und 1479), die Burg einzunehmen, war Siena 122 gezwungen, die Stadt gegen Ende des 15. Jahrhundert mit einem neuen Mauerring auszustatten, von dem bis heute noch ein einziger Turm existiert.
Als Folge der erneuten Auseinandersetzungen zwischen Florenz und Siena 122 wurde Castelnuovo 1554 von Florenz eingenommen und erlitt das gleiche Schicksal wie Siena 122. Es wurde im Großherzogtum Toskana unter Cosimo I. de’ Medici eingegliedert.

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Greve Stadtplan

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